Eine Frau recherchiert an einem Laptop und macht sich handschriftliche Notizen.

Geschichte der Sexarbeit

Digitales Archiv vermittelt umfassendes Bild der Lebens- und Arbeitswelt von Sexarbeiter*innen

Sexarbeiter*innen werden oft stigmatisiert und diskriminiert. Dies schlägt sich auch in der Aufarbeitung der Geschichte zur Prostitution nieder. In Archiven wird vornehmlich das gesammelt, was von einer patriarchal geprägten Mehrheitsgesellschaft als „bewahrenswert“ angesehen wird. Seit mehr als 20 Jahren baut der Verein Madonna, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, daher das Archiv und Dokumentationszentrum Sexarbeit auf. Dieses soll Frauen- und Sexarbeitsgeschichte, vor allem die der Hurenbewegung, sichtbar machen und den breiten gesellschaftlichen Diskurs über Sexarbeit abbilden. Ab sofort ist das Archiv online verfügbar und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Digitalisiert und ergänzt

Im Rahmen mehrerer Digitalisierungsprojekte wurde der Bestand des Madonna-Archiv und Dokumentationszentrum Sexarbeit neu gesichtet, erweitert, systematisiert und schließlich online unter madonna-archiv.de der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eines der Projekte ermöglichte es außerdem, das Madonna-Archiv um Interviews mit Sexarbeiter*innen, die Digitalisierung und Veröffentlichung von Dokumenten aus der Selbsthilfe und die Entstehungsgeschichte von Madonna zu ergänzen. Darüber hinaus finden Interessierte in dem Archiv eine Präsenzbibliothek mit Fachliteratur, Belletristik und unveröffentlichten Hochschulschriften, eine Mediathek mit Fernseh- und Rundfunkbeiträgen, Spielfilmen und Musiktiteln, eine Plakat- und Fotosammlung, Presseartikel, Gerichtsurteile und Prozessakten, Materialien der Selbsthilfeorganisationen, Beratungsstellen und der Hurenbewegung sowie eine Objektsammlung mit Buttons, T-Shirts und ähnlichem.

Sichtbarkeit schaffen

Das Archiv will ein umfassendes Bild darüber vermitteln, wie die Lebens- und Arbeitswelt von Sexarbeiter*innen aussieht, wie die vorherrschenden Meinungen zu Sexarbeit waren und sind und welches Selbstbild Sexarbeiter*innen haben. Dies soll die Möglichkeit geben, diese Arbeit politisch und geschichtlich einzuordnen und Sichtbarkeit für eine stigmatisierte Bewegung, die in der Öffentlichkeit nur wenig Raum findet, schaffen.

 

 

Bild: © Startup Stock Photo/Pexels.com