In einer blauen Tüte steckt ein Impfausweis, eine Maske, eine Isomatte und weitere Dinge

Kommt zu Tisch!

Initiativen der Wohnungslosenhilfe rücken Situation obdachloser Menschen in den Blick

Vier Dortmunder Wohnungsloseninitiativen haben anlässlich des Welttags der Armut im Oktober zu einem Mittagessen unter freiem Himmel eingeladen. Unter dem Motto „Kommt zu Tisch“ wollten Bodo und das Gast-Haus, beide Mitgliedsorganisationen im Paritätischen NRW, sowie Kana und Herzensbus so öffentlich auf die Situation wohnungsloser Menschen aufmerksam machen – vor allem mit Blick auf den Winter und das Thema der 3G- beziehungsweise 2 G-Regeln. Denn diese kollidieren mit dem Prinzip der Niedrigschwelligkeit in der Wohnungslosenhilfe. 

Ohne Impfnachweis kein Zugang zu Angeboten der Wohnungslosenhilfe

Vor dem zweiten Corona-Winter stellen die Organisator*innen ein wichtiges Thema in den Fokus: Viele wohnungslose Menschen in Dortmund haben in den letzten Monaten die speziellen Impfangebote der Obdachlosenhilfen wahrgenommen. Für den Zugang zu Angeboten der Wohnungslosenhilfe, wie Suppenküchen, müssen sie ihren Impfnachweis täglich vorzeigen. Das scheitert jedoch an der Lebenswirklichkeit der Betroffenen, weil ihnen der Nachweis gestohlen wurde oder sie ihn verloren haben. Sie müssen dann vor der Tür versorgt werden und erhalten keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Zusätzlich erschwert wurde den Betroffenen der Zugang zu den Angeboten, weil es zeitweise keine kostenlosen Testmöglichkeiten mehr gab. Die Wohnungslosenhilfe fordert daher schnelle, kreative und unbürokratische Lösungen.

 

©bodo e.V. / Sebastian Sellhorst